Züchter möchten einen guten und dauerhaft sicheren Platz für ihren Nachwuchs bei zuverlässigen Leuten finden. Den wenigsten, die ihre Jungtiere mit viel Liebe und Enthusiasmus aufgezogen haben, ist der Verbleib der Jungtiere gleichgültig. Daher wird Sie jeder gute Züchter fragen, wie Sie das neue tierische Familienmitglied halten werden, wie lange es am Tage allein bleiben muss, wo es seinen Platz findet, was Sie füttern werden, ob ein Grundstück als Auslauf dienen kann, was im Urlaub geschieht etc.. (Die Fragen variieren natürlich- je nach Tierart). Sie werden also auf Herz und Nieren geprüft, denn der Züchter trägt die Verantwortung für eine optimale Platzierung des Nachwuchses. Daran desinteressierte Züchter sollten bei Ihnen eine Alarmglocke auslösen, egal, ob der betreffende Züchter einem Klub angehört oder nicht. Notfalls wird ihnen ein guter Züchter auch vom Kauf abraten, wenn ermeint, dass Ihre Haltungsvoraussetzungen nicht stimmen.

"In" beim Tierkauf

Informieren Sie sich beim Züchter zunächst detailliert über die gezüchtete Rasse und über seine Tiere im Speziellen. Vorkenntnisse können dabei nicht schaden, denn diese zeigen, dass Sie einen wohl überlegten Kauf planen. Neben dem üblichen Telefonat eignen sich Ausstellungen bestens um Kontakt zu Züchtern aufzunehmen. Dort treffen Sie auch die Züchter, die um den Fortschritt der Rasse und um die Erhaltung der guten Eigenschaften bemüht sind.

Bei einem ersten Züchter- Besuch können Sie sich gegenseitig besser kennen und einschätzen lernen. Das ist besser, als ein sofortiger Spontankauf. Er bietet Ihnen zudem die Möglichkeit, die Schilderungen des Züchters vor Ort zu überprüfen. Fragen Sie also, ob ein unverbindlicher Besuch möglich ist. Gute Züchter werden soviel Interesse sehr positiv werten und sich Zeit mit Ihnen nehmen. Das ist die Sache auf jeden Fall wert, denn Sie wollen sich ja keinen Fernseher, sondern ein Familienmitglied für viele Jahre Ihres Lebens zulegen. Wenn Sie also schon wochenlang die Datenblätter der neusten Fernsehgeräte studieren, sollten Sie für ein neues Familienmitglied zumindest den doppelten Aufwand betreiben.

Vielleicht finden Sie "Ihren" Züchter nicht im ersten Anlauf. Wenn Sie einen geeigneten Züchter gefunden haben, fragen Sie ihn, wann wieder Nachwuchs geplant ist und ob evt. eine Warteliste besteht. Wenn Sie von der Zuchtstätte überzeugt sind, lohnt es sich, einige Monate zu warten, statt beim nächsten sofort erhältlichen Angebot zuzugreifen.

Beantworten Sie die Fragen des Züchters nach Ihren Haltungsbedingungen offen und ehrlich.

* Haben Sie genügend Zeit für das Tier?
* Wie lange muss es allein zu Hause bleiben (6 Stunden gelten als Grenzwert für sozial eng an den Menschen gebundene Tiere wie Rassekatzen und Hunde.)
* Haben Sie auch auf Dauer Lust, sich um Pflege, Haltung, Ernährung, Beschäftigung und Erziehung des Tieres zu kümmern?
* Ist eine Möglichkeit vorhanden, das Tier im Urlaub unterzubringen oder betreuen zu lassen, falls eine Reise mit dem Tier nicht möglich ist?
* Befürworten Ihre Familienmitglieder die Anschaffung eines Haustieres ebenfalls?
* Sind Allergien gegen Tierhaare oder andere Allergien in Ihrer Familie bekannt, so dass eine Abklärung wichtig wäre?
* Können Sie Ihr Grundstück ggf. ausbruchsicher einzäunen?
* Sind in Ihrer Wohnung laut Mietvertrag Tiere erlaubt?
* Ist eine Zustimmung des Vermieters oder der Nachbarn einzuholen?
* Lässt Ihre berufliche Entwicklung auch auf lange Sicht genügend Zeit für ein Tier?
* Können Sie die Kosten für ein Tier aufbringen? Diese umfassen Ernährung, Pflege (Hundefriseur), Unterbringung im Urlaub (Tierpension), Steueren und Versicherungen, Anschaffung von Tierbedarf, bauliche Veränderungen für das Tier, Gesundheitsvorsorge (Impfungen, Entwurmungen, prophylaktische Behandlungen, Tierarztbehandlungen im Krankheitsfall und evt. sogar Operationen)?
* Sind Sondergenehmigungen einzuholen und außerordentliche Haltungsbedingungen zu schaffen? (Exotische Tiere)

Ein gewissenhafter Züchter wird Ihnen diese Fragen ohnehin stellen. Sie können sich im eigenen Interesse schon selbst vorher kritisch prüfen.
"Out" beim Tierkauf

Es gibt Kauf- Interessenten, die am Telefon zuerst nach dem Preis des Tieres fragen. Meistens nennen sie kaum ihren Namen, geschweige denn, dass sie sich erkundigen, ob überhaupt noch ein Tier zu haben ist und ob sie eins bekommen würden. In die gleiche Kategorie fallen alle, die ohne oder mit neutraler Überschrift ein „Rundschreiben“ per Email an sämtliche im Internet auffindbare Züchter senden, um den günstigsten zu finden. Das erinnert den Züchter an den lieblosen Kauf eines Gebrauchsgegenstandes. Unweigerlich lässt das schlechte Gefühle in ihm hochkommen. Wahrscheinlich fragen diese Leute dann auch zuerst nach dem Preis, wenn es um tierärztliche Behandlungen oder andere Haltungskosten geht, die das Tier in Zukunft verursachen wird und sparen vielleicht wichtige Dinge einfach ein.

Um keine Missverständnisse aufkommen zulassen: Die Frage nach dem Preis ist in Ordnung und wird von jedem Züchter auch erwartet. Die Art und Weise ist entscheidend. Oder glaubt ein solcher Interessent tatsächlich, dass ein sorgsamer Züchter diesem ziemlich lieblosen Zeitgenossen gern seinen Nachwuchs überlässt?

 

Billigpreise sind nur mit „Sparaufzucht“ möglich. Wenn die Grundversorgung mangelhaft ist, wird ihr Neuerwerb evt. an den Folgen leiden und Ihnen am Ende mehr Kosten verursachen, als ein Tier aus guter Zucht in der Anschaffung gekostet hätte

Fazit: Wichtig ist, dass Sie dem Züchter gegenüber echtes Interesse an seiner Rasse und seinen Tieren offenbaren und ehrlich Ihre Haltungsbedingungen schildern. Die übrigen Fragen klären sich dann von allein in der richtigen Reihenfolge. Haben Sie Verständnis für seine Fragen, denn er vertraut Ihnen vielleicht ein kleines Lebewesen an, das diese Fürsorge verdient.


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